Lieber Christian,

in Deinen Anmerkungen kann ich durchaus gemeinsame Standpunkte erkennen; damit fange ich mal an: ich teile vollständig Deine unter C genannte Einschätzung, dass in der Forschungsförderung in Deutschland die Entwicklung im Bereich Web Science verschlafen wurde. Dazu habe ich vor längerer Zeit auch zwei Einträge im http://blog.suma-ev.de geschrieben: - http://blog.suma-ev.de/node/89 "98%" - http://blog.suma-ev.de/node/91 "Neue Forschungsförderung"

Mit Deinen sonstigen Anmerkungen diskutierst Du hingegen in Details, um die es hier überhaupt nicht geht. Die Anzahl der Parameter im Ranking-Verfahren (Dein Punkt a.2.) oder das nette "Zipfsche Gesetz" (Dein Punkt a.1.) spielen in dieser Diskussion absolut keine Rolle! Das Thema "Maßnahmen gegen die Vereinnahmung des Internet durch globale Online-Konzerne" kann man nur Top-Down angehen: DENKBAR sind eine Vielzahl von Maßnahmen, aber was tatsächlich gemacht wird, das muss ERGEBNIS der Diskussion sein! Wenn die Diskussion damit beginnt "dieses oder jenes Detail darf aber überhaupt nicht sein" - dann kann nichts dabei herauskommen.

Aus der Top-Down Sicht gehört in der nächst tieferen Detailschicht dann auch die übergeordnete Forderung nach Transparenz auf den Tisch. Diese Forderung ist in vielen Vorschlägen an die Enquete-Kommission enthalten, z.B. in dem am meisten favorisierten und von mir ebenfalls unterstützen Vorschlag "Transparenz fördern durch Open Data". Dieser Forderung müssen sich staatliche Einrichtungen, aber ebenso auch Konzerne mit marktbeherrschender Position stellen! WIE diese Transparenz dann im Einzelnen umgesetzt wird, ob so, wie in meinem zitierten Blogbeitrag, den Du nicht leiden magst - was Dir unbenommen sei, aber was keiner von uns beiden zu entscheiden hat - oder auf andere Art und Weise, das muss am Ende einer Diskussion stehen.

Dr. Wolfgang Sander-Beuermann